Dorsten, Hansestadt an der Lippe

Kleine Hansestadt Dorsten und das Mittelalterfest im Bürgerpark Maria Lindenhof

Hansegestalten

Die Hanse hat über 400 Jahre die Wirtschaft, Handel und Politik im nördlichen Europa mitbestimmt und mitgestaltet, bis sie Mitte des 17.Jahrhunderts ihre Bedeutung verlor. 1980 gründete sich ein neuer Hansebund, der alte Traditionen aufleben und die Geschichte der Hansestädte lebendig werden lassen will. 

Die Stadt Dorsten feiert seit einigen Jahren den „Tag der Hanse“ im Monat Mai in Dorstens Altstadt. An rund 30 Ständen zwischen Marktplatz und dem Recklinghäuser Tor zeigen Handwerker und Kaufleute in alten Trachten Techniken und Produkte aus der Blütezeit Dorstens.

Der Heimatverein Wulfen ist mit seiner Seilerei, Blaudruck-, Flachs- und Nähgruppe dabei. Auch die Altstadtschützen sind mit einem Stand vertreten, denn ihre Vereinsgeschichte ist eng mit der Geschichte Dorstens als Hansestadt verbunden. 1487 wurden die Altstadtschützen als Bürgerwehr gegründet.

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In diesem Jahr hatten wir ein viertägiges Mittelalterfest zusammen mit dem Bürgerparkverein Maria-Lindenhof geplant. An vier Tagen sollte das bunte Treiben des Mittelalters mit Marktständen, Schwertschmiede, Mittelaltermusik, Showkämpfen und Theater Einzug in den Park halten und der Tag der Hanse mit einem großen Aufmarsch, Gesang und Theater in der Innenstadt gefeiert werden. Leider musste das Fest wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr abgesagt werden. Im nächsten Jahr wollen wir dieses Fest aber feiern und mit dieser Information einen Einblick geben, was wir in diesem Jahr versäumt haben, aber im nächsten Jahr vom 03. Juni 2021 bis zum 06. Juni 2021 erleben dürfen.

Warum ist Dorsten eine Hansestadt? Der Verein für Orts- und Heimatkunde hat ein informatives Faltblatt dazu erstellt. 

Im 13. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung Dorstens stark an und der „Marktflecken“ entwickelte sich aufgrund seiner Lage an Straße, Brücke und Wasserweg zu einer kleinen aber wichtigen Handelsdrehscheibe. 1251 erhielt Dorsten die Stadtrechte verliehen vom damaligen Landesherrn, dem Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden. Die günstige geografische Position Dorstens an der Lippe, nahe zu den großen Handelsstraßen und der niederländischen Grenze, förderte den Wohlstand. Fernkaufleute aus vielen Teilen Deutschlands, den Niederlanden und dem heutigen Belgien zogen nach Dorsten und nutzten den günstigen Wasserzoll, um auf der Lippe ihre Waren zu verschiffen. Dorstens Handelsleute hatten direkten Zutritt zu Hansekontoren und Niederlassungen aller Hansestädte und die Einnahmen der Stadt und damit der Wohlstand der Bürger stiegen.

In Dorsten blühte neben dem Handel auch die Holzwirtschaft und der Schiffbau. Im Lippetal gab es die "Stellungen" der Schiffbauer, die aus dem Holz der umliegenden Wälder einen eigenen Schiffstyp bauten: Die Dorstener Aak. Die Aak, ein Flachbodenschiff aus Holz, wurde mit ihren Waren an langen Tauen vom Ufer aus von Menschen oder Tieren den Fluss entlang gezogen. Gebaut in Dorsten und getakelt in Wesel, befuhren die Flachbodenschiffe vorwiegend Rhein und Maas. Dieser Schiffstyp Aak blieb auch richtungsweisend für eiserne Flachbodenschiffe, die nach dem Niedergang des Holzschiffsbaus um 1880 gebaut wurden.

Der Dreißigjährige Krieg ließ Handel und Verkehr erlahmen und 1641 fiel Dorsten nach zweimonatiger Belagerung zurück an das Kurfürstentum Köln. Nach dem Westfälischen Frieden konnte Dorsten den einstigen Wohlstand nicht wiedererlangen. Die große Zeit der Hanse war vorbei, zahlreiche Einquartierungen und Besatzungen erschwerten der Stadt bis ins 18. Jahrhundert hinein, sich finanziell und wirtschaftlich zu erholen.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts waren die urbanen Strukturen der Stadt weitgehend zerstört, sie wandelte sich zur Landgemeinde und fiel zusammen mit der Herrlichkeit Lembeck an den Kreis Recklinghausen.

Heute, gut 300 Jahre später, haben ehemalige Hansestädte aus ganz Nordeuropa den Internationalen Hansebund gegründet und Städte aus Hessen, Niedersachsen und Westfalen den alten Bund als „Westfälische Hanse“ neu aufleben lassen, in beiden Verbänden ist die Stadt Dorsten Mitglied. Damit wollen wir den Bürgern und Besuchern beweisen, dass der alte hansische Gedanke gerade heute wieder dazu beitragen kann, die Attraktivität einer Stadt zu steigern und eine Anziehungskraft auszuüben, wie man sie von einer Hansestadt erwartet.

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In jedem Jahr werden die Internationalen Hansetage in einem der 195 Städte in 16 Ländern gefeiert, das viertägige Spektakel zieht beispielsweise nach Norwegen, nach Russland, in die Niederlande, nach Frankreich, Polen, Litauen oder eben Deutschland. 

In jedem Jahr im Mai den Tag der Hanse zu feiern bedeutet also, die Bürger und Besucher an die Geschichte Dorstens als kleine Hansestadt zu erinnern. Mit dem mehrtägigen mittelalterlichen Parkfest „Spectaculum Durstina“ werden wir diese Geschichte in den kommenden Jahren noch intensiver gestalten, mit Markt- und Lagerleuten, Musikern und Künstlern. Lockeres Markttreiben, Spiel und Spaß, Lagerfeuer und Getümmel – Mittelalter zum Anfassen.  Wir sehen uns am 3. Juni 2021 !!!

 

Öffnungszeiten:
montags bis freitags 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
samstags von 9.30 Uhr bis 14.00 Uhr

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Stadt Dorsten – Stadtagentur
Recklinghäuser Straße 20, 46282 Dorsten
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Tel.: 02362 308080, Fax: 02362 3080888

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